„Aber wissen Sie, Gospel ist nicht der Sound, der

Klang - es ist die Botschaft.

 

Wenn es von Jesus Christus handelt, ist es Gospel. “


                                                                          Edwin Hawkins

 

 

 

 

Gospel     engl. Gospel = Evangelium, Gute Nachricht

(hergeleitet vom altenglischen gōdspel: gōd = gut + spel = Erzählung, Nachricht)

 

 

 

Im Englischen findet man das Wort Gospel kaum alleine stehend und wenn doch, so ist das Evangelium, oder die missionierende Verkündigung dessen gemeint. Im Englischen wird die Gospelmusik immer als Gospel Music bezeichnet.

 

Im Deutschen steht Gospel meist für die Musikgattung. Es ist bei der Übersetzung ins Englische also darauf zu achten, "Gospel" mit "Gospel Music" zu übersetzen.

 

Gospelmusik ist die Bezeichnung religiöser Lieder der christlichen afroamerikanischen  Gemeinden, welche sich durch Jazz- und Blueseinflüsse auszeichnet. Manchmal wird dieser Begriff auch für christliche Musik im englischen Raum und auch für christliche Popmusik verwendet.

 

Gospels werden meistens mit Soloeinlagen, in kleinen Gesangsgruppen oder von Chören gesungen und zumeist von einer Band oder dem Klavier / der Orgel begleitet.

Spiritual ist eine Musikrichtung, die in Amerika während der Sklaverei im 17. Jahrhundert entstanden ist. Sie sind die Wurzel des Gospels.

 

In den Texten geht es fast ausschließlich um religiöse Inhalte und sie erzählen von dem Leben der geschlagenen, misshandelten Menschen, zur Sklaverei verurteilt. Von deren Hoffnung und ihrem Glauben an Gott.

Die Traurigkeit in den Liedern kommt nicht immer aus den schlechten Lebensbedingungen der Sklaven, sondern entspringt der Trauer um Angehörige, die sie zu Tausenden verloren haben.

 

Es entstanden eine eigenständige afrikanische Religiosität welche sich mit der christlichen Lehre vermischte. Da Musik, Tanz und Gesang untrennbar mit dem afrikanischen Alltag verbunden waren, wurden sie zu einem wichtigen Bestandteil der schwarzen Gottesdienste. Hier entwickelte sich die rhythmischen Zwiesprache des Predigers mit der Gemeinde, das Call and Response.

 

Die Spirituals wurden auch im Alltag gesungen. Sie entstanden in freier Improvisation und wurden mündlich überliefert.

 

Der Wunsch nach Freiheit war unter den versklavten immer präsent. Allerdings war der Weg aus dem Süden ins freie Kanada weit und gefährlich. So organisierten Gegner der Sklaverei die s.g. Underground Railroad – einen Fluchtplan mit Schutzhäusern, Fluchthelfern und geheimen Kommunikationsmitteln, z. B. verschiedenen versteckten Codes. Es wurde u.a. eine religiös kodierte Sprache entwickelt. So wurde das Gebiet ohne Sklaverei mit My Home, Sweet Canaan oder The Promised Land umschrieben. Dieses Gebiet lag auf der nördlichen Seite des Ohio River, den man in der verschlüsselten Sprache als „Jordan“ bezeichnete. Die Flüchtlinge wateten durch das Wasser, um die Hunde der Verfolger abzuschütteln (Wade in the Water).

 

In Swing Low, Sweet Chariot steht „Chariot“ für den Großen Wagen, einen Teil des Sternzeichens Großer Bär, das sich innerhalb eines Tages um den Polarstern herum dreht. Im Frühling, der wohl besten Zeit zur Flucht, ist kurz nach Sonnenuntergang der „Chariot“ an seinem tiefsten Punkt und weist den Weg nach Norden.

Die Kirche in Lauenbrück
Die Kirche in Lauenbrück

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                   Stand: 17.04.2018